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Donnerstag 24 Juli 2008
Einleitung aus Menorca![]() Wer die vier größeren Inseln der Comunitat Autònoma de les Illes Balears kennt, wird sicher auch der Meinung sein, dass sie sich sehr voneinander unterscheiden. Und wer die Inseln schon sehr lange kennt, wird wohl auch etwas über die Veränderungen zu sagen haben, die durch den starken Ausbau der Tourismusindustrie auf den Inseln stattfanden. Alles ändert sich, aber trotz dieser “Globalisierung” kann man in Mallorca noch den Duft der alten Zeiten spüren. In Eivissa hat sich die afrikanische Wärme erhalten, Formentera besitzt den paradiesischen Zauber der kleinen, abgelegenen Orte, und Menorca hat von all diesem ein wenig und außerdem noch viele andere Eigenarten, die es von den anderen Insel unterscheidet. Man könnte die Insel wie vom europäischen Kontinent abgerissen, jedoch treffsicher im Zentrum des westlichen Mittelmeers verankert betrachten. Und auf den 700 km2 Oberfläche, die sich in acht Bezirke aufteilt, gibt es sehr viel zu sehen und zu erleben. Dies entdeckt der Besucher unvermeidlich, wenn er sich dazu entschließt, der automatisierten Sonnenanbetung zu entsagen, die in den Sommermonaten fast zur Verpflichtung geworden ist. Auch wenn die wundervollen Strände und Buchten Menorcas diese Ferienaktivität vollkommen rechtfertigen, können sie durch andere Aktivitäten und Orte ergänzt werden, und der Besucher kann entdecken, dass “alles Übrige”, was zu dem traditionellen Angebot für Touristen noch hinzukommt, auch sehr interessant und überraschend ist. Die Kunsthandwerksmärkte, die Feste, die prähistorischen Monumente, die Produkte der lokalen Gastronomie, die Spuren, welche die Geschichte an jeder Ecke der urbanen Geographie hinterlassen hat, das alles lädt dazu ein, jeden Ort in Ruhe zu genießen. Eine der Fähigkeiten, die den Einwohnern Menorcas zugeschrieben wird, ist die Ruhe. Menorca ist eine Insel, die eines Tages modellhaften Charakter haben wird, wenn die Wachstumsziele, die man gegenwärtig anstrebt, erreicht werden. Die Insel zählt bereits mit über siebzigtausend Einwohnern, das war vor einem halben Jahrhundert einfach undenkbar. Doch trotz dieses Bevölkerungsanstiegs fühlt man sich nicht eingeengt. Und in den Spitzenzeiten der Hochsaison verdoppelt sich diese Zahl noch einmal, aber es ist genug Landschaft für alle vorhanden. Und die Natur kann man sogar bis ins Meer hinaus genießen. Man kann die gesamte Küste kaum vom Lande aus erreichen, dazu ist das Straßennetz noch nicht genügend ausgebaut, weshalb Ausflüge per Schiff eine interessante Alternative darstellen. So wird die Lieblingsbeschäftigung der Inselbewohner, nämlich die Insel etappenweise in familiären Booten zu umrunden, immer mehr imitiert. Auch der Tauchsport hat hier reichlich Anhänger, denn der Meeresgrund ist ebenso schön wie das Profil der Küste. Auch Herbergen und Gaststätten im Inland werden immer beliebter, da man dort eine fast unverletzte Natur direkt genießen kann. (Diese Natur wurde bisher durch die Landwirtschaft erhalten.) Und das Interesse für das Leben auf der Insel steigt immer mehr, früher wurde dies nicht weiter gezeigt, da man davon ausging, dass es eh niemanden interessiere. Wie wir bereits zu Beginn gesagt haben, alles ändert sich. Und wie es scheint, werden bei all diesen Änderungen glücklicherweise die Risiken nicht aus den Augen verloren, die sie mit sich bringen. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Fremde sehr freundlich aufgenommen wird, aber als Gegenleistung muss er eine Bitte erfüllen, nämlich die Insel so zu respektieren, wie es die Einwohner Menorcas bis heute selbst getan haben. ![]() |